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Donnerstag, 31. August 2017

Belohnung - 7.000 für einen Ausbildungsplatz im Handel - Guerilla-Bewerbung 2017


Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Nach 40 Bewerbungen, zig Vorstellungsgesprächen, zig Mal in der Auswahl-Endrunde und zwei Zusagen, die kurz vor knapp abgesagt werden, rennt meinem jüngsten Filius nun die Zeit davon.

Belohnung! 7.000 für einen Ausbildungsplatz im Handel

Wanted! Azubi Fachverkäufer oder FA für Lagerlogistik im Raum Leipzig - 2017

Belohnung - 7.000 für einen Ausbildungsplatz im Handel

7.000 Euro?
7.000 Tage?
7.000 Stunden?
7.000 Äpfel oder Birnen?

Ich kann jede Frage mit JA beantworten

Sie erhalten von mir ungefähr 7.000 Tage Lebenserfahrung, die ich motiviert in 7.000 Stunden Ausbildungszeit einbringe, wenn Sie mich noch 2017 als Azubi-Nachrücker einstellen. Vergleichen Sie nicht länger 7.000 Äpfel mit 7.000 Birnen und nutzen Sie am besten eine Brille mit 7,7 Dioptrien, wenn Sie mein Realschul-Abschlusszeugnis näher betrachten (übrigens 10. Klasse, nicht 7. - soviel Zeit muss sein - Noten Ø freundliche 2,99).

Und was ist mit den 7.000 Euro?

Diese Brutto-Summe möchte ich im ersten Ausbildungsjahr mindestens als Vergütung bekommen. Ihre Investition in meine Zukunft ist ein Gewinn - und zwar für beide Seiten: SIE geben mir einen Last-Minute-Ausbildungsplatz in oder um Leipzig - ICH gebe Ihnen ein Versprechen: Sie werden mich nie VOR Ihrem Geschäft rumgammeln sehen. Sie werden mich übrigens auch nie innerhalb Ihres Geschäfts rumgammeln sehen. Dank mehrerer Praktika bei REWE und HIT bin ich geübt im Umgang mit Kunden, äußerst höflich, teamfähig und zuverlässig.

Mein Nachteil ist Ihr Vorteil

Gegenüber anderen Bewerbern besitze ich einige unschlagbare Vorzüge: Ich kann eine Zucchini von einer Gurke unterscheiden und im Schlaf 7 und 7 zusammenrechnen (mehrfacher Mathe-Olympionik). Ich habe (fast) ein fotografisches Gedächtnis, eine extrem gute Merkfähigkeit, Redetalent mit Überzeugungsrelevanz und bin sogar noch interessiert, selbst wenn ich desinteressiert wirke. Denn ich nehme äußere Reize intensiver wahr als allgemein üblich. Dass ich fließend englisch spreche, gibt’s noch gratis obendrauf.

Ich bin der perfekte Azubi!

Ich behaupte mal selbstbewusst, dass ich der ideale Azubi sein werde - ich trinke nicht, ich rauche nicht, ich nehmen keine Drogen, ich habe nicht mal mehr eine Freundin, die mich ablenkt. Selbst von meinen langen Haaren habe ich mich getrennt und trage jetzt eine pflegeleichte Kurzhaarfrisur. Ich kann Bus fahren, Zug fahren, Rad, Inliner und Skateboard fahren und sogar surfen (im Internet). Nur Auto fahren kann ich noch nicht.

Wanted! Verkäufer / Lagerist

Sie suchen einen außergewöhnlichen künftigen Fach-Verkäufer oder FA für Lagerlogistik, der grad volljährig geworden ist? Trifft sich gut: Genau das biete ich Ihnen. Super, dann haben wir uns ja gefunden. Lassen Sie sich mit Ihrer Entscheidung ruhig etwa 7.000 Sekunden Zeit und kontaktieren Sie mich bitte ab 7.00 Uhr morgens. Wann darf ich anfangen? Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Ihr künftiger Azubi

Jann Gregor Göpel    

PS: Koch würde mich auch interessieren

PPS: Für ein grandioses Angebot innerhalb Mitteldeutschlands ziehe ich sogar um, sofern ich Unterstützung bei der Wohnungssuche bekomme.


Bildnachweise:
- Bewerbungsanschreiben (alt)
- Jann Gregor mit langen Haaren (2017)
- Jann Gregor kurzhaarig (Foto fehlt, bitte selbst eins beim Vorstellungsgespräch knipsen)

Sie erhalten bei ernsthaftem Interesse die kompletten Bewerbungsunterlagen  geglättet (Anschreiben, Zeugnisse, Lebenslauf) per Mail. Telefonischer und persönlicher Kontakt ebenfalls möglich (siehe Fotos).

Tags: Ausbildung, Handel, Verkäufer, Lagerist, Koch, Azubi, REWE, Marktkauf, EDEKA, ALDI, HIT, PLUS, NETTO, LIDL, DB, Globus, Bauhaus, TOOM, Dehner, IKEA ...

Hier geht's zum Ausbildungsgesuch bei ebay: 7.000 Belohnung !!!


Hoffnungsvolle und 
traumzauberhafte Grüße, Claudia Göpel (Mama von Jann Gregor, der die Aktion klasse findet)

Nachtrag 10.09.17: Radiotermin bei Radio Blau zum Thema: "Wenn man dringend Arbeit/Ausbildung sucht, aber nicht darf"
Die Resonanz war gut, aber Jann Gregor sucht noch immer einen Ausbildungsplatz in und um Leipzig. Der Ausbildungsbetrieb muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln in zumutbarer Zeit von Markkleeberg aus erreichbar sein. Damit fällt z.B. Wiedemar leider flach. 60 Kilometer Entfernung über 3-4 Zonen mit einer Fahrtzeit (inklusive mehrmaligem Umsteigen) von 2,5 - 6 Stunden pro Strecke (kein Witz!) ist zeitlich und finanziell nicht möglich. Auch Bewerbungen um einen Aushilfsjob auf Minijob-Basis zur Überbrückung direkt in Markkleeberg blieben bislang unbeantwortet. :(

Update 13.10.17:
Jann Gregor unterschreibt am Montag einen Ausbildungsvertrag - und zwar noch für 2017.



Update 05.11.17:
Die "Ausbildung" bei einem familiengeführten Dienstleistungs-Unternehmen (Großwäscherei) hat diese Bezeichnung nicht verdient! Körperlich schwere Fließbandarbeit im Stehen in Vollzeit (nach kurzer Einweisung) und Schichtdienst mitsamt angeordneten Überstunden am Wochenende (weil der Feiertag ausgeglichen werden muss) sowie Maßregelungen wegen negativer Auffälligkeiten wie "übermäßigem Gähnen in der Frühschicht", "Gespräche mit den Kollegen während der Arbeitszeit", "Klagen wegen Fußschmerzen" und "nicht erreichter Stückzahl laut Plan" haben nichts mit Ausbildung zu tun, sondern sind schikanöse Ausbeutung für hochgerechnet 1,46 € Stundenlohn (140 € für 12 Tage á 8 Stunden = 96 Stunden - anteilig für Oktober) laut fehlerhafter Fantasie-Lohnabrechnung!

Ich war bei der Vertragsunterzeichnung anwesend - den Ausbildungsvertrag hat er (ebenso wie die Berufschultermine) bis heute nicht ausgehändigt bekommen. O-Ton: "Es ist sehr schwer, für diese Branche Azubis zu finden. Die meisten haben falsche Vorstellungen und sind nach wenigen Tagen wieder weg.“ Ach was, dann sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen, warum das so ist! Oder man ist gar nicht an qualifiziertem Nachwuchs interessiert, weil ungelernte Probearbeiter regelmäßig kostenlos vom Jobcenter geschickt werden. Auch interessant: „Die erforderlichen Maschinen laut Ausbildungsrichtlinie haben wir nicht, dafür müssten wir erst einen geeigneten Partnerbetrieb finden."

"Ey, das ist doch normalerweise unterste Gefängnisarbeit", rutschte seinem Stiefbruder kürzlich beim Abendessen raus. Recht hat er.

Solch ein Job macht krank und hat sich damit wohl erledigt. Bis zum Jahresende wird der Junge als Überbrückung ein Praktikum absolvieren - und zwar in einem Betrieb, der sich auf ihn freut und seine nahezu unentgeltliche Arbeit wenigstens wertschätzt. Respekt: Er will unbedingt arbeiten statt zwei Monate lang tatenlos rumzusitzen. Im neuen Jahr geht er als Freiwilliger zum Bund und macht anschließend voraussichtlich eine Ausbildung als Logistiker oder IT-Administrator. Das kürzlich absolvierte IT-Camp in Storkow mitsamt bestandenem Sporttest war ein voller Erfolg. Daumendrücken ist dennoch weiterhin angesagt.




Update 09.11.17:
Offenbar liest man hier mit. Gut so! Nachdem er sich nach dem samstäglichen "Feiertagsausgleich" (04.11.17) montagmorgens am 06.11.17 krank meldete und den Schein persönlich im Büro vorbeibrachte, wurde er erstaunt gefragt, wieso er denn plötzlich krank wäre, er hätte doch gerade erst angefangen und eigentlich würde jetzt die Berufschule beginnen (deren Termine und Anschrift ihm trotz Nachfrage bis zu besagtem Samstag nicht mitgeteilt wurden). Am Dienstagabend, den 07.11.17 steckte diese Kündigung in einem benutzten Umschlag im Briefkasten - wahrscheinlich zwischen Tür und Angel mit geschlossenen Augen getippt. Bei dem genannten Paragraphen handelt es sich um das Wäscherei-Gesetz? Das wird noch lustig! ^^

Kommentare:

  1. Glauben Sie nicht, jeder Blinde mit Krückstock merkt, dass den Text die übereifrige Mama geschrieben hat und nicht der Sprössling selbst? So überbordend vor Selbstbewusstsein und frech wird er wohl kaum sein. Hoffentlich weiß er überhaupt von dieser Aktion. Eltern können ihren Kindern durch übereifrige Aktionen eine Menge vermiesen...
    Erst recht, wenn ein potentieller Arbeitgeber sich anschaut, was Sie unter dem Profil schon alles verkauft haben: Betreiben Sie ein eigenes SM-Studio?
    Dann viel Spaß beim Ausleben Ihrer Vorlieben, aber achten Sie darauf mit solchen Dingen nicht ihre ganze Familie in den Dreck zu ziehen. Viele Grüße noch an die ahnungslosen Kinder, die Sie tagsüber bespaßen.

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    1. Lieber Peter,

      nur kein Neid. :) Social-Media-Studio? Gab's das vor zehn Jahren schon?

      LG, Claudia

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    2. Ich bin zwar nicht die Mama, möchte aber folgendes gern anmerken
      1. glaube ich kaum, dass sich die Bewerbung an Blinde mit Krückstock wendet. (mir persönlich ist jemand mit einer solchen Behinderung als Personalchef noch nirgends aufgefallen)
      2. soll es tatsächlich Elternhäuser geben, in denen nicht über andere, sondern miteinander geredet wird. Nennt sich Kommunikation. Kann ich Ihnen gegen eine Gebühr gern beibringen. :)
      3. wird ein potentieller Arbeitgeber sehr erstaunt sein, wie diese Familie doch in der Lage ist, flexibel zu reagieren und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Mit Tischlerarbeiten zum Beispiel.
      4. empfinde ich Ihren Post als anmaßend... jeder hat eben so seine Vorlieben, ihre scheint es ja zu sein, dummes Zeug über Menschen, die Sie nicht kennen, zu labern.
      5. Nur kein Neid.... denke eine solche Bewerbung soll auch nicht Ihnen gefallen. Das wäre traurig, wenn jemand mit einem so begrenzten Weltbild in einer Führungsposition säße

      5.

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    3. Es sind doch immer die gleichen Leute, die unter verschiedenen Aliasnamen ihre verschobenen Meinungen im Netz verbreiten. Scheint ein Hobby zu sein. Der nächste Kommentar stammt von einem Klaus L., dem mein Sohn leidtut - weil sich die Mutter auf dessen Kosten in Aufmerksamkeit suhlen wollen würde. Bin mir noch nicht sicher, ob ich den freigebe - denn in welche Richtung das schon wieder führt, ist ja abzusehen.

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  2. Also mal sachlich rangegangen: Wenn der Sohn schon viele Gespräche hatte, waren die Bewerbungen ja wohl bislang kein Problem. Er hat sich anscheinend nicht gut verkauft oder halt einfach Pech durch starke Konkurrenz gehabt. Was soll diese Bewerbung dann jetzt bringen? Der Bursche muss in persona überzeugen. Ich würde wohl weglassen, dass er sich auch für Koch interessiert. Wenn zu viele Berufe genannt werden, sieht es schnell so aus, als wüsste er nicht, was er will.

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    1. Hallo SpiFiCo,

      danke für Ihre Tipps. Es gab x-mal so viele Bewerber wie Plätze. Mit dem "sich nicht gut verkaufen können" ist so ne Sache bei einem Jungen, der eben noch Schüler war und dem die Lebenserfahrung fehlt.

      Die Bewerbungen waren und sind auch kein Problem, aber die nun abgelaufene Zeit ist ein gewaltiges Problem.

      LG, Claudia

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  3. Update: 7 Angebote, 2 davon in unmittelbarer Wohnortnähe - allerdings alle erst für 2018. Danke trotzdem.

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  4. Update: Er unterschreibt am Montag seinen Ausbildungsvertrag - und zwar noch für 2017!!! Danke an alle fürs Daumendrücken. Uff.

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